Welche Rolle spielt die Wahl der Dachkonstruktion für das Lüftungskonzept einer Produktionsbetriebs? Eine größere, als man zunächst vermuten würde. Das zeigt der intelligent geplante Neubau der Bäckerei Rauchensteiner in Geisenhausen. Ein Dach aus KIELSTEG Elementen ermöglicht, dass die Produktion rein über den Kamineffekt belüftet wird.
Der Wunsch der Bäckereibesitzerinnen Julia Schaumeier und Elisabeth Rauchensteiner-Holzner war ungewöhnlich: Die neue Backstube sollte ohne mechanische Lüftungsanlage auskommen. Mit solchen Anlagen hatten sie in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht. Für die Planer rund um Architekt Christian Hallweger bedeutete das eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn in einer Backstube entstehen Wärme, Feuchte und wechselnde Lastspitzen. Dennoch muss sich das Raumklima zuverlässig steuern lassen.
Holzdecke mit Kamineffekt
Die Lösung fand das Planungsteam nicht in zusätzlicher Technik, sondern in der Konstruktion des Gebäudes. Das Dach der Backstube wurde als leicht geneigtes Pultdach mit Neigung nach Süden ausgeführt. Auf der Süd- und Nordseite befinden sich breite Kippfenster, die automatisch gesteuert werden. So entsteht ein gezielter Luftstrom, der warme und feuchte Luft abführt und für ein kontrollierbares Klima in der Backstube sorgt.
Entscheidend war dabei die freie Luftführung unter der Dachfläche. Herkömmliche Tragwerke mit Unterzügen aus Beton, Stahl oder Leimholz hätten den Luftstrom gestört. „Der Kamineffekt funktioniert nur deswegen, weil wir für das Dach der Produktion KIELSTEG Elemente verwendet haben“, erklärt Hallweger. Die Holzbauteile bilden eine durchgehende, freitragende Fläche und benötigen keine Querstreben, die den Luftzug behindern würden.
Über 19 Meter Spannweite
In der Produktion kamen 19,5 Meter lange KIELSTEG Elemente zum Einsatz. Sie überspannen eine Fläche von 773 Quadratmetern ohne eine einzige Zwischenstütze. Für den Betrieb ist das ein wesentlicher Vorteil: Die Backstube bleibt frei nutzbar, Maschinen und Arbeitsbereiche lassen sich flexibel anordnen und die Abläufe werden nicht durch Stützen oder Unterzüge beeinträchtigt. Trotz der großen Spannweite trägt das KIELSTEG Dach problemlos noch die zusätzliche Last einer PV-Anlage, die den Energiebedarf des Gebäudes signifikant reduziert.
Das Projekt zeigt, dass die Dachkonstruktion weit mehr sein kann als ein statisches Bauteil. In Geisenhausen trägt KIELSTEG nicht nur Lasten ab. Das System ermöglicht stützenfreie Produktion, freie Luftführung, Tageslichtnutzung und die Integration von Photovoltaik. Damit wird das Tragwerk zu einem zentralen Bestandteil des Gebäudekonzepts.
