Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) erweitert ihren Betriebshof in Grainau um eine überdachte Laderampe mit angrenzendem Lager. Die Dachkonstruktion der Rampe muss alpine Schneelasten aufnehmen, große Flächen stützenfrei überspannen und gleichzeitig eine freie Rangierfläche für LKW und Stapler bieten. Realisiert wird das Dach mit leichten und hochtragfähigen KIELSTEG Elementen aus Holz.
Im Betriebshof in Grainau werden alle Lebensmittel für die acht Gastronomiebetriebe auf der Zugspitze per LKW angeliefert, eingelagert und anschließend mit Spezialwagen der Zahnradbahn weitertransportiert. Da die Menge der umgeschlagenen Güter stetig steigt, hat die BZB den Generalplaner und -unternehmer Hinterschwepfinger mit der Realisierung eines neuen Lagers mit leistungsfähiger Verladerampe beauftragt.
Ausgelegt für hohe Schneelasten
Eine Schüsselrolle kommt dabei der Überdachung der Rampe zu. Damit die Logistik der empfindlichen Lebensmittel zuverlässig und effizient funktioniert, muss die Konstruktion mehrere Anforderungen erfüllen:
- Die Verladerampe muss vollständig überdacht sein
- Sie muss der hohen Schneelast auf 800 m Höhe standhalten
- Es darf keine Zwischenstützen geben, die die rangierenden LKW und Stapler behindern
Zudem wünschten sich Bauherr und Planer eine optisch hochwertige und nachhaltige Lösung aus Holz.
Mit konventionellen Holzbausystemen wäre für diese Anforderungen eine deutlich massivere und höhere Konstruktion erforderlich gewesen. Deshalb entschieden sich die Statiker und Architekten von Hinterschwepfinger für eine Dachkonstruktion aus hochtragfähigen Kielsteg-Elementen.
Die Hohlkastenelemente aus Holz erfüllen die statischen Anforderungen bereits mit einer Konstruktionshöhe von nur 61 cm. Über der Rampe überspannen sie eine Fläche von 12,75 x 28 Metern stützenfrei. Dadurch entstehen freie Bewegungsflächen für LKW, Stapler und die logistischen Abläufe am Betriebshof.
Darüber hinaus kragt das Dach 4,5 Meter über das Bahngleis aus und ermöglicht so eine witterungsgeschützte Beladung des Versorgungszugs. Für gute Arbeitsbedingungen und eine effiziente Tageslichtnutzung werden drei großzügige Lichtbänder direkt in das Kielsteg-Dach integriert.
Holz-Hybridbau für das Logistiklager
Direkt an die Verladestation schließt das rund 500 m² große Logistiklager für Trocken- und Kühlgüter an. Das Gebäude wurde in einer ressourceneffizienten Holz-Hybridbauweise umgesetzt, die die spezifischen Stärken von Beton und Holz gezielt kombiniert.
Auch im weitgespannten Dachbereich des Lagers mit einer Fläche von 16,5 x 29 Metern kommen Kielsteg-Elemente zum Einsatz. Ihr geringes Eigengewicht bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit reduziert die Lasten auf die vertikalen Tragglieder der Hybridstruktur und schafft zugleich wirtschaftliche und gestalterische Vorteile für Planung und Ausführung.
Das Projekt in Grainau zeigt, wie sich mit Kielsteg auch unter anspruchsvollen Randbedingungen wirtschaftliche und architektonisch überzeugende Holzlösungen realisieren lassen.
